Jan Georg Plavec schreibt über mich

Jan Georg Plavec schreibt über mich.

Sicherlich würde es mich normalerweise freuen, wenn ein mit mehreren Preisen ausgezeichneter junger Autor mir einen Artikel widmet.

Hier sieht die Sache leider etwas anders, denn Jan Georg ist nicht nur Autor, sondern auch Musiker. Mit seiner Band „Hawelka“ hat er gerade ein neues Album produziert und ein schönes Video zu „Tanz, Mädchen, Tanz“ veröffentlicht.

Markante Stimme, interessante Texte, interessante Arrangements, ohne Frage. Das dachte ich auch bot der Band einen Bookingdeal an - 300€ in Vorkasse und dafür kriegen sie 5 Konzerte, wo sie die Fahrtkosten erstattet bekommen + eine Aufwandsentschädigung, damit sie das Geld nicht umsonst ausgegeben haben.

Ich mache diese Deals schon eine Weile mit Bands um mich abzusichern, denn ich als ich dem Geschäft angefangen habe und noch auf Prozentbasis gearbeitet habe, ging ich nach Wochen langer Arbeit oft leer aus. Wesentlich öfter als ich zugeben möchte.

Da ich aber über die Jahre selbst auch viele Konzerte gespielt habe (mit Foster Inc. 130, mit Vinzent 201, mit Alltagsdasein mehr als 50) kenne ich die Musikerseite auch ganz gut. Jeder will Konzerte spielen und jeder will auf die Bühne.

Zurück zu Hawelka - ich schickte Jan Georg dieses Angebot, wie ich es auch bereits bei anderen tat. Mal funktionierte es besser und oft funktionierte es auch schlecht bis gar nicht. Nie in böser Absicht, oft einfach weil die Veranstalter nicht interessiert waren, oder ich mich schlicht weg mit der Masse an Künstlern übernommen hatte. Zweites war vorher nicht abzusehen, da wir am Anfang meiner erneuten Selbstständig ein Team von 3 Personen waren, leider haben die anderen beiden innerhalb von 18 Monaten für die Künstler auch nicht ein Konzert gebucht bekommen.

Natürlich hätte ich die Reißleine viel früher ziehen sollen, da die Gesamtqualität der Arbeit darunter massiv gelitten hat. Bands wurden kurzfristig Konzerte abgesagt, weil die Organisation nicht sauber lief, Shows waren teilweise so schlecht besucht, dass man einen kleinen Kredit aufnehmen musste um alle Kosten zu decken.

Nun möchte Jan Georg alle Musiker & Bands vor einer Zusammenarbeit mit mir warnen, da auch seine Band in einem konkreten Fall betroffen ist. Zusätzlich hat er mit weiteren Musikern geredet, denen mit mir ähnliches passiert ist. Ja, das möchte ich an dieser Stelle auch nicht abstreiten. 

Ich hab’s verkackt.

Nie in böser Absicht, das möchte ich festhalten und das können wiederum auch Künstler bezeugen, die einfach seit Jahren immer wieder mit mir arbeiten und Ihre Konzerte spielen, oder die ich bei Vertrags- und Karrierefragen berate.

Natürlich hat Jan Georg in einigen Punkten Recht - ich habe den Artikel noch nicht gelesen, aber er hat mich ja am Telefon davor gewarnt und mir mehrmals bestätigt, dass durch seinen Journalistenhintergrund und sein Fachwissen im Marketingbereich alles daran setzen wird, eine größtmögliche Leserschaft zu erreichen.

Legitim. Ich möchte bei meinen Projekten auch so viele Menschen wie möglich erreichen.

Ich verstehe auch seine Motivation und werde ihm daher nie einen Vorwurf machen, aber eine Sache verstehe ich dann doch nicht, egal wie sehr ich mir die letzten Tage den Kopf darüber zerbreche…

Keines der aktuellen Hawelka Videos hat mehr als 1.000 Klicks, das am meisten angesehene ist über 7 Jahre alt.

Ich verstehe Herrn Plavecs Haltung mir gegenüber und ich kann auch die Herangehensweise nachvollziehen, einen so großen medialen Impact erreichen zu wollen wie möglich.

ABER: Warum hat er diese Energie in Sachen Werbung und Promotion nie für sein eigenes musikalisches Projekt aufgebracht? Ein spärlich geführter YouTube Kanal, eine halbwegs aktuelle Website mit Auszügen aus wenigen Referenz zum aktuellen Album. Wenn man ein weniger genauer hinschaut, vor allem aus dem lokalen Umkreis der Band, was natürlich aufgrund der journalistischen Anstellung Jan Georgs auch nicht weiter wundert. Überregional ist so gut wie nichts zur Band zu finden.

Wäre es nicht besser, diese überschüssige Energie für die Promo in eigener Sache zu verwenden und die mediale Erfahrung und Reichweite zu nutzen um mit der Band den nächsten Karrieremeilenstein zu erreichen?

Die Antwort wird nur er selbst kennen.

Abschließend möchte ich mich bei den Künstlern bedanken, die zu durch dick und dünn zu mir stehen, mir vertrauen und mit denen ich immer wieder auch gerne durch ganz Europa toure. 

Wer mehr über positive und negative Erfahrungen in diesem Business wissen will, Fragen an mich hat oder Hilfe braucht, kann sich gerne per Mail melden.

Ich erfülle meine letzten Verträge und ziehe mich dann etwas zurück um Kraft zu sammeln und zu überlegen, was in meinem Leben als nächstes kommt.